Luna

Heute stelle ich Euch mein frisch geborenes Baby Luna vor. Sie ist der kleine Weihnachtsengel von Facebook und Instagram und hat seitdem ein paar Kleidungsstücke bekommen.
Ich möchte hier nicht nur Fotos zeigen, sondern Euch auch ein wenig teilhaben lassen an meinen Gedanken und Zielen, die ich beim Puppenmachen so habe.

Today I show you my recently born baby Luna. She is the little christmas angel from Facebook and Instagram and she has gotten some clothes since then.
But I don’t want to just share photos of her but also share some of my thoughts and goals on my dollmaking.

Warum ich anfing, ausgerechnet Babypuppen zu machen, kann ich gar nicht wirklich sagen. Ich will eigentlich unbedingt auch „ältere“ Puppen machen, aber da meine Babys immer besser werden und ich sie wirklich gerne entwerfe und nähe, werde ich wohl vorerst dabei bleiben.
Ursprünglich hatte ich eine Babypuppe im Sinn, die sich ganz genauso anfühlen sollte wie ein echtes Neugeborenes und die sich auch in verschiedene Schlafposen legen lassen würde. Natürlich sollte sie auch süß aussehen und vielleicht sogar an einem Schnuller „saugen“ können.
Also habe ich sehr viel an meinem Schnittmuster herumexperimentiert. Mein erstes Baby (es trägt den Namen „Gretel“ und befindet sich im Besitz meiner Tochter) hatte Arme und Beine, die mit dickem Garn am Körper befestigt waren, so dass sie schön schlabberig runterhängen konnten. Außerdem hatte ich, um der Puppe bewegliche Ellbogen und Knie zu geben, an dieser Stelle jeweils eine Naht platziert.
Ich hatte aber nicht darüber nachgedacht, dass die Arme und Beine mit diesen beiden Entscheidungen plötzlich in alle möglichen und unmöglichen Positionen gedreht werden konnten …
Bei meinem nächsten Schnittmuster hatte ich das also im Hinterkopf und habe die Arme gleich leicht angewinkelt vorgesehen, so dass man die Unterarme später nicht in die falsche Richtung biegen konnte. Außerdem habe ich Arme und Beine direkt an den Körper genäht, was zu Lasten der Beweglichkeit ging, die Puppe aber trotzdem realistischer machte.
Zusätzlich habe ich die Hände und Körper dieser Puppen teilweise mit Glasgranulat gefüllt, so dass die Babys ein schönes Gewicht hatten.
Die Babys, die ich mit diesem Schnittmuster gemacht habe, siehst Du hier.

I can’t really explain why I started making babys in the first place. I definitely want to make girls and boys as well but since my babies are getting better and better and I really enjoy making them … babies it is.
Initially I had a baby doll in mind which would feel exactly like a sleeping newborn. Which you could lay down in different sleeping poses. And of course the doll should look like a very cute newborn, maybe even be able to hold a pacifier.
So I experimented with my doll pattern a lot. My first baby (in my daughter’s posession and named „Gretel“  by her) had her limbs attached to the body by threads of thick yarn to make them floppy. Also I sewed lines where the knees and elbows are so that arms and legs should be poseable. I didn’t think about the fact that you would be able to bend them in impossible directions with those seams and the threads.
So with my next pattern I kept that in mind and developed a pattern with slightly bended arms (so you would not be able to move the forearm in the wrong direction), which turned out nice. The legs I sewed directly to the body, making them less poseable but more realistic.
Also I filled hands and bodies of these babys with glass beads to give them more weight. I really liked this feeling.
If you want to have a look at the three babys made with my „second“ doll pattern, have a look here.

Nach einer weiteren Puppe, die ich mit diesem Schnittmuster gemacht habe, und die zusätzlich noch einen Magnetschnuller bekommen hat, fiel mir eine neue Möglichkeit ein, wie ich die Beine am Körper befestigen und ihnen trotzdem mehr „Bewegungsfreiheit“ geben könnte. Ich gab dem Körper einen Beinansatz, der später beim Stopfen nicht gefüllt wurde, und nähte das Bein an diesen Ansatz. Diese Idee habe ich von einer Vinylbabypuppe, deren Beweglichkeit ich mochte. Die Puppe, die ich mit diesem Schnittmuster nähte, gefällt mir bislang von allen meinen Puppen am besten, was das Gefühl angeht, das man hat, wenn man sie auf dem Arm hält. Sie fühlt sich wirklich an wie ein schlafendes Baby. Hier könnt Ihr sie (Pauline) noch einmal angucken. Wenn man genau schaut, kann man den Beinansatz auf zwei der Fotos erkennen.
Auf dem Waldorfpuppenseminar dann hat mich eine andere Teilnehmerin auf die Idee gebracht, dass ich vielleicht gar keine extra Beine benötige, sondern ein Schnittmusterteil für Körper UND Beine anfertigen kann.
Natürlich! Dass ich da nicht selbst drauf gekommen bin …
Also wieder Schnittmusteranpassungen …
Emilie ist dann die erste Puppe gewesen, die am Übergang vom Körper zu den Beinen keine Naht mehr hat. Allerdings wusste ich hinterher auch, dass ich weitere Verbesserungen vornehmen musste. Unter anderem fielen die Beine beim Hochnehmen der Puppe zu weit nach hinten (jaja, Details … aber mir ist das wichtig!).

After another doll made by this pattern (who also got a magnetic pacifier) and after taking a good look at a vinyl baby doll with nice poseable limbs, I had the idea to give the body pattern a small leg appendage (which I didn’t fill with wool later) and to sew the leg to this in order to give the legs more freedom of movement. The doll I made with this pattern I like best when it comes to the feeling I have when holding her. She really feels like a sleeping newborn.
Here you can have a look at her (Pauline). If you look really hard you can see the leg appendage on two of the photos.
At the Waldorf Doll Seminar there was another participant who gave me the hint that I possibly wouldn’t need extra legs but instead could develop one pattern for body AND legs.
Of course!
So I had to adjust my pattern. Again …
Emilie was the first doll with no seams between legs and body. However, I knew I had to do more adjustments on the pattern because among other things her legs would bend backwards too much when you picked her up (yes, I know, these are tiny details … but for me it is important!).

So, und hier ist nun also Luna. Auch ohne Naht zwischen Körper und Beinen. Dieses Mal ist mir der Körper noch ein bisschen besser gelungen und ich habe den unteren Teil des Körperinnenlebens so gefilzt, dass am Übergang zwischen Körper und Beinen quasi ein Becken entstanden ist. Die Beine (das erste Mal mit dem Woolwand und der Rolling Wool Methode gestopft) stecken dann lose darin. Sie sind also sehr beweglich, können durch die Begrenzung des Beckens aber auch nicht nach hinten wegkippen.
Ich sehe natürlich trotzdem weiterhin Verbesserungsbedarf, bin aber schon ganz zufrieden 🙂
Außerdem hat sich noch etwas verändert – zu meinem Bedauern lasse ich (vorerst) das Glasgranulat weg. Ich habe einige Anfragen zu meinen Puppen von Müttern erhalten, die für ihre kleinen Kinder eine meiner Babypuppe haben wollten und ich mag sie mit Glasgranulat in den Händen nicht guten Gewissens als Spielpuppen für unter Dreijährige verkaufen.
Emilie und Luna sind nun also auch zum Spielen geeignet, allerdings fehlt mir persönlich ein bisschen das „Babygefühl“, wenn ich sie halte. Eventuell aber auch nur, weil ich den Unterschied zu den anderen, gewichteten, Babypuppen kenne.

And here is Luna. She, too, doesn’t have a seam between body and legs. This time I am even more content with the body pattern and I needlefelted the body inlet in such a way that I made kind of a pelvis. The legs (made with the Woolwand and the rolling wool technique) are tucked loosely into this pelvis. Therefore they are quite moveable but can’t bend backwards because of the limits of the pelvis.
Of course I think there is still room for improvement but still I am kind of satisfied right now 🙂
Additionally, there is another change – I will (for now) not use glass beads as filling anymore. I had some interested potential customers who wanted a doll for their small children. It didn’t feel right to sell my dolls with glass beads in their hands to children under three years.
So, Emilia and Luna are not weighted and therefore fitted for small children but, if I’m honest, I do miss this „heavy“ feeling of a sleeping baby when I hold them. It is possible, though, that only I feel this way because I know the difference.

Als ich diese Babypuppe nähte, war Weihnachten nicht mehr weit und ich legte einen Zahn zu, da ich unbedingt wieder ein Weihnachtspuppenfoto posten wollte. Letztes Mal gab es ein Bild mit Jesus-Thema, dieses Mal wollte ich Bild mit einem Engel. Natürlich haben Engel weißes Haar, also bekam das Baby weißes Haar.
Nachdem Weihnachten vorbei war und das Baby dringend Kleidung brauchte, war ich eine Weile ratlos, was für ein Baby sie überhaupt sein sollte, wenn sie kein Engel mehr war.
Zum Glück bin ich Harry Potter Fan und schaue mir die Filme gerne in der Weihnachtszeit an, so dass die Erinnerung daran noch sehr frisch war und mir dann doch ziemlich schnell Luna Lovegood in den Sinn kam. Sie hat genau das Haar, das mein Baby mal haben wird, wenn es groß ist. So stelle ich es mir zumindest vor 🙂
Als ich Luna im Kopf hatte, war es dann auch nicht mehr schwer, mir die Kleidungsstücke vorzustellen, die das Baby tragen sollte. Und einen guten Namen hatte ich auch gleich!

When I made Luna there was christmas on its way and I really wanted to post a doll photo with a christmas theme. Since last time I had posted a kind of Jesus picture I wanted an angel this time and of course, angels need white hair.
Afterwards, when christmas was over and my baby was in need of some clothes, I felt a bit helpless for a few days, not knowing what kind of a baby she could be if she wasn’t an angel anymore.
But, thank God, I am a Harry Potter fan and I like to watch all the movies around christmas and with them fresh in mind I thought of Luna Lovegood who has the kind of hair this baby will have when it is grown, I think 🙂
From there it was easy for me picturing the clothes my baby should wear and additionally I had a really good name for her!

Obwohl ich eigentlich schlafende Babys mache – sitzen können sie übrigens trotzdem.

Although I make sleeping babys they are able to sit alone nonetheless.

Luna kann sogar so sitzen, wie meine Tochter immer saß, im umgekehrten Schneidersitz (dem Najadensitz, wie ich gerade gelernt habe :-)).

Luna is even able to sit like my daughter (and many other kids) used to sit.

Luna trägt warme Socken und Stulpen, sie wird gerne getragen und bekommt so keine kalten Beine.

Luna wears warm socks and leg warmers. She likes being carried and stays warm with these.

Außerdem hat sie eine warme Wichteljacke für kalte Tage.

She also has a warm jacket when she is taken on a walk outside.

Und hier bin ich – ein weiteres Anliegen beim Babypuppen machen war mir immer, dass man (vor allem die kleinen Puppenmütter und -väter) sie gut tragen kann. Die Plastikpuppen haben oft so steife Beine, die sich überhaupt nicht babymäßig an den Körper schmiegen und viele Stoffpuppen haben Beine, die sich nicht wie echte Babybeine spreizen lassen.
Ich führe nun einmal mit Luna vor, wie gut sich meine Babys im Tragetuch tragen lassen. Keine Sorge, ich mache das nicht regelmäßig, nur für’s Foto 🙂 Hat sich aber gut angefühlt, wie ein richtiges (ok, sehr kleines und sehr leichtes) Baby.

This is me. An important detail while making baby dolls is for me that they can be carried in a realistic way. Dolls made of plastic often have such stiff legs which prevent the doll being carried altogether. And a lot of traditional waldorf dolls have legs which can’t be spreaded like real baby legs.
Here you can see how well my babys fit in a baby carrier. Don’t fear, I don’t do this regularly, it’s just for the photo 🙂
But it did feel nice, just like a real (admittedly very small and very light) baby.

 

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Wer Luna adoptieren möchte, kann dies bei Mika tun, in der Karlshafener Straße 1, 28215 Bremen. Mika hat Di, Do und Sa von 10 bis 13 Uhr geöffnet.

If you want to adopt Luna, you can find her in a small shop in Bremen, Germany, called Mika. It is located on Karlshafener Straße 1, 28215 Bremen and is open every Tuesday, Thursday and Saturday from 10 to 13h.